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LOCATION:IÖR\, Weberplatz 101217 Dresden
SUMMARY:Newig: Governance nachhaltiger Entwicklung in globalen Systemen int
 er-regionaler Fernwirkungen
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DESCRIPTION:Speaker: Prof. Dr. Jens Newig\nInstitute of Speaker: Leuphana-U
 niversität Lüneburg\nTopics:\nGesellschaft\, Philos.\, Erzieh.\, Wirtsch
 aft\n Location:\n  Name: IÖR (Saal)\n  Street: Weberplatz 1\n  City: 0121
 7 Dresden\n  Phone: +49 (0)351 46 79-241\n  Fax: +49 (0)351 46 79-212\nDes
 cription: Probleme nicht-nachhaltiger Entwicklung entstehen nicht nur loka
 l oder global\, sondern auch aufgrund von spezifischen Verbindungen zwisch
 en voneinander weit entfernten Regionen. So trägt etwa der Soja-Handel zw
 ischen Brasilien und Niedersachsen einerseits zur Rodung tropischen Regenw
 aldes und zur Belastung brasilianischer Landbevölkerung mit Agrochemikali
 en bei\, und befördert andererseits eine oft nicht-nachhaltige\, auf Soja
  basierende intensive Tierhaltung in Niedersachsen\, die u. a. über Güll
 eausbringung zu erheblichen Nitratbelastungen der Gewässer führt. Solche
  global „fernverbundenen“ Systeme – „Telecoupling“ – stehen zu
 nehmend im Blick interdisziplinärer Forschung zu Landnutzungswandel und s
 ozial-ökologischen Systemen. Politikwissenschaftliche\, planerische und a
 ndere Governance-bezogene Arbeiten haben bislang schwerpunktmäßig den St
 aat und sein politisch-administratives System\, globale Institutionen oder
  Mehrebenensysteme in den Blick genommen und Telecoupling außer Acht gela
 ssen.    Der Vortrag argumentiert\, dass Phänomene globalen Telecouplings
  sehr spezifische Herausforderungen für Governance in Richtung Nachhaltig
 keit darstellen. Dazu gehören Wissensdefizite in Bezug auf die Transparen
 z globaler Waren-\, Abfall- oder Migrationsströme und ihrer (nicht-nachha
 ltigen) Wirkungen\; divergierende Interessen seitens der „Sender“- und
  „Empfänger“-Systeme\; hohe Transaktionskosten in Bezug auf die Entwi
 cklung kooperativer Governance-Systeme\; eine schwache Legitimationsbasis 
 bisheriger Governance-Versuche (z. B. Multi-Stakeholder-Initiativen zur En
 twicklung von Nachhaltigkeits-Labels) sowie ein hoher Grad an Fragmentieru
 ng und Inkohärenz von Mehrebenen-Governance-Systemen. Basierend auf inter
 disziplinärer Literatur\, u. a. zu Global Environmental Governance\, Priv
 ate Governance\, Governance von Wertschöpfungsketten und kritischer Polit
 ischer Ökonomie\, werden Ansatzpunkte für effektive und legitime Governa
 nce herausgearbeitet.    Am Beispiel des Soja-Anbaus und -Handels zwischen
  Brasilien und Europa werden die nicht-nachhaltigen Folgen globalen Teleco
 uplings\, Governance-Herausforderungen sowie bestehende und mögliche Gove
 rnance-Optionen illustriert. Abschließend werden erste Ergebnisse einer M
 eta-Analyse von 120 Arbeiten zur umweltbezogenen Governance globalen Telec
 ouplings vorgestellt. Die hier gezeigten konzeptionellen und empirischen A
 rbeiten werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im laufenden Proje
 kt „GOVERNECT“ (2017-2020) gefördert.    Prof. Dr. Jens Newig leitet 
 seit 2008 die Arbeitsgruppe Governance und Nachhaltigkeit an der Leuphana-
 Universität Lüneburg. Als studierter Geoökologe (Diplom 1998 in Bayreut
 h) promovierte er 2001 an der TU Dresden mit einer Arbeit über symbolisch
 e Umweltgesetzgebung und wurde 2009 an der Universität Osnabrück in den 
 Fächern Politikwissenschaft und Angewandte Systemwissenschaft habilitiert
 . Er ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler im Bereich partizip
 ative Governance und forscht seit einiger Zeit zu Themen globaler Governan
 ce und zu nachhaltigem Institutionenwandel.
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